Open Enterprise Server

Sammlung von Netzwerkdiensten, auch für SUSE-Linux-Server
Der Open Enterprise Server (OES) ist eine von Micro Focus Novell stammende Sammlung von Netzwerkdiensten. Der OES gilt gemeinhin als Nachfolger von Novell Netware 6.5. Anders als Netware 6.5 läuft der OES auf der Basis des SUSE-Linux-Enterprise-Servers.

Zusammenfassung der funktionalen Highlights:

Novell Storage Services (NSS)
Der Novell Storage Service (NSS) ist ein 64-Bit-Dateisystem, das eine praktisch unbegrenzte Anzahl von Dateiobjekten handhaben kann. NSS zeichnet sich u.a. durch folgende Merkmale aus: hohe Transparenz, auf Trustees basierendes Zugriffskontrollmodell, Unterstützung mehrerer simultaner Namespaces, nativer Unicode, Benutzer- und Verzeichniskontingente, umfangreiche Dateiattribute, Unterstützung mehrerer Datenströme, Ereignisdateilisten sowie ein Untersystem zum Zurückholen von Dateien.

Um den Zugriff auf Daten unter Umgehung der normalen Zugriffskontrolle zu vermeiden, kommen verschiedene Funktionen zum Einsatz: Daten-Volumes werden gemäß den Sicherheitsstandards der US-amerikanischen Regierung verschlüsselt. Gelöschte Dateien werden bis zu siebenmal geschreddert, so dass ein Wiederherstellen von der Festplatte unmöglich gemacht wird. Die Integrität von Daten wird dadurch sichergestellt, dass nicht autorisierter Zugriff auf gemeinsam genutzte Medien in SANs unterbunden wird.

Zum Schutz vor Datenkorruption und -verlust sorgen verschiedene Methoden in NSS dafür, dass nur die aktuellste Kopie einer Datei wiederhergestellt werden kann. NSS bietet mithilfe von Snapshots des Pools Momentaufnahmen der Daten. Auch die Datensicherung erfolgt anhand von Snapshots, sodass wirklich alle Dateien, auch geöffnete, gesichert werden.

Zur optimalen Nutzung des vorhandenen Festplattenspeichers werden nicht aktive Dateien gemäß voreingestellter Parameter komprimiert. Dies schränkt ein, wie viel Speicherplatz ein Volume innerhalb seines Pools einnehmen darf, wie viel Speicherplatz ein Unterverzeichnis verbrauchen darf und wie viel Speicherplatz einem Benutzer für seine Daten zur Verfügung gestellt wird.

In Kombination ermöglichen all diese Funktionen eine effektive Verwaltung von gemeinsam genutztem Datei-Storage für Unternehmen aller Größenordnungen – vom kleinen Familienbetrieb bis zum Großkonzern mit Hunderttausenden von Mitarbeitern.

Dynamic Storage Technology
Dynamic Storage Technology führt zur Lösung der Probleme, die durch den laufenden Anstieg unstrukturierter Benutzerdaten und den damit einhergehenden steigenden Bedarf an teurem Hochleistungs-Storage verursacht werden. Nicht verwendete, selten verwendete und weniger wichtige Daten werden gemäß den festgelegten Richtlinien nahtlos und vom Benutzer unbemerkt auf günstigere oder Offline-Datenspeicher verschoben. Benutzer können diese Daten jedoch nach wie vor so aufrufen, als befänden sie sich noch immer am ursprünglichen Speicherort. Dadurch lässt sich wertvoller Speicherplatz auf teuersten und leistungsstärksten Storage-Geräten sparen. Zudem werden die Backup-Prozesse optimiert.

Dies funktioniert, indem Dynamic-Storage-Technology zwei unabhängige Partitionen (oder Tiers) für die unstrukturierten Daten eines Benutzers anlegt. Vor kurzem erstellte oder verwendete Daten werden auf einer primären Partition gespeichert, die sich normalerweise auf einem leistungsstarken Disk-Storage-Gerät, wie einem SAN, befindet. Weniger aktive Daten werden anschließend gemäß der Richtlinien auf eine sekundäre Partition verschoben, die sich in den meisten Fällen auf kostengünstigerem Storage befindet. Bei Zugriff oder Änderung inaktiver Daten werden diese anhand der festgelegten Regeln dynamisch zurück auf die primäre Partition verschoben. Auch wenn sich diese zwei Partitionen auf voneinander getrennten Storage-Geräten befinden, bekommt sie der Endbenutzer doch so angezeigt, als befänden sie sich auf demselben Volume.

Benutzer können somit wie gewohnt auf ihre Daten zugreifen, während gleichzeitig der Daten-Storage automatisch je nach Richtlinien und tatsächlicher Nutzung optimiert wird. Dadurch funktionieren Systeme effizienter, fällt weniger Verwaltungs- und Storage-Kosten an und arbeiten Benutzer produktiver.

Micro Focus iFolder
Micro Focus iFolder ist im Lieferumfang von Open-Enterprise-Server (OES) enthalten und ermöglicht es, jederzeit und überall auf eigene Dateien zuzugreifen und diese zu verwalten. Ob im Büro oder zu Hause, an einem Notebook oder gar in einem Internet-Terminal an einem Flughafen am anderen Ende der Welt - mit Micro Focus iFolder stehen die eigenen Dateien unverzüglich zur Verfügung.

iFolder sichert die Arbeit sofort, sodass eigene Dateien permanent geschützt sind und selbst dann problemlos wiederhergestellt werden können, wenn die lokal gespeicherten Daten verloren gehen. Wechselt man an einen anderen Standort oder Computer, werden die Dateien automatisch mit allen Änderungen aktualisiert, ohne dass man E-Mails an sich selbst schicken, USB-Sticks mit sich herumtragen oder Daten auf andere Arten übermitteln muss.

iFolder bietet höchste Sicherheitsstandards zum Schutz vertraulicher Daten, und zwar sowohl bei der Übertragung und Speicherung als auch bei der Verwendung auf der Workstation eines Benutzers. Jeder iFolder-Anwender kann festlegen, ob Benutzer volle oder eingeschränkte Zugriffsrechte auf Dateien haben oder ob ihnen lediglich Lesezugriff gewährt wird. Zudem beinhaltet Micro Focus iFolder Funktionen zur sicheren Dateiverschlüsselung.

Micro Focus iPrint
Unübersichtliche Druckumgebungen gehören ab sofort der Vergangenheit an. Mobile Mitarbeiter, Geschäftspartner und Kunden haben mit iPrint die Möglichkeit, von den unterschiedlichsten Standorten aus über bestehende Internetverbindungen auf Drucker zuzugreifen. Dieser Zugriff ist absolut sicher und kann über verschiedene Netzwerke und Betriebssysteme erfolgen.

iPrint nutzt das Standardprotokoll IPP (Internet Printing Protocol), um über einen Webbrowser umgehend globalen Zugriff auf alle freigegebenen Drucker bereitzustellen. Mit wenigen Mausklicks können Nutzer nach ihren Druckern suchen, Treiber herunterladen und einen Drucker auf ihrem Computer einrichten, sodass sie von allen Anwendungen aus Dokumente darauf drucken können.

iPrint wird nicht nur von zahlreichen Druckerherstellern unterstützt, sondern ist auch mit dem UDP-Modell (Universal Printer Driver) kompatibel, das mittlerweile von zahlreichen Herstellern verwendet wird, um die Druckerverwaltung noch einfacher zu gestalten. Micro Focus iPrint umfasst ein Standarddruckprotokoll für Windows-, Linux- und Macintosh-Plattformen. Druckdaten werden mit SSL und TLS verschlüsselt.

Domain Services for Windows
Domain Services for Windows vereinfacht die Verwaltung von Benutzern und Gruppen und verringert die Komplexität der Infrastruktur in heterogenen Umgebungen. Diese innovative Technologie ermöglicht Microsoft Windows-Benutzern den Zugriff auf OES-Services unter Verwendung nativer Windows- und Active Directory-Protokolle. So können sich Micro Focus eDirectory Server, die auf Open Enterprise Servern ausgeführt werden, wie Active Directory Server verhalten.

Auf diese Weise profitieren Unternehmen, die beide Verzeichnisdienste einsetzen, von einem besseren Zusammenspiel der beiden Plattformen. Ihre Benutzer können in einer reinen Windows Desktop-Umgebung arbeiten und gleichzeitig einige der Vorteile der Backend-Services und Technologien von Open-Enterprise-Server (OES) nutzen – ein OES-Windows-Client auf dem Desktop ist dabei nicht erforderlich.

Micro Focus Filr
Mit Filr erhalten OES-Anwender mehr Freiheit für ihre Benutzer und mehr Sicherheit für Ihre Dateien. Kundenorientierte Produkte für den Dateiaustausch sind ideal zum Teilen von Urlaubsfotos. Doch wenn Benutzer Unternehmensdaten in die Cloud hochladen, ist eine unternehmensgerechte Alternative notwendig. Filr bietet mobilen Mitarbeitern direkten Zugriff auf die persönlichen Ordner, die gemeinsam genutzten Netzwerkordner sowie die persönlichen Dateien, die bereits gesichert wurden – unabhängig davon, über welches Gerät sie darauf zugreifen oder wo sie sich befinden.


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